Die Nase, Nasennebenhöhlen und Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

NaseDie Nase und die Nasennebenhöhlen haben viele wichtige Funktionen. Sie sind wichtig für den Geruchssinn, die Stimmbildung, befreien die Nase von Fremdstoffen und befeuchten zusammen mit der Nasenhöhle die Luft beim Einatmen.

Droht eine Sinusitis , auch bekannt als Nasennebenhöhlenentzündung, ist schnelles Handeln wichtig, da diese leicht chronisch werden und langfristige Folgen haben kann.

Die Nase – Aufbau und Funktionen

Aufbau der Nase

Die Nase ist ein markantes Merkmal des Menschen und ist dafür zuständig, uns die Atmung zu ermöglichen und uns die Welt der Düfte & Gerüche zu eröffnen.

Äußerlich ist die Nase von Mensch zu Mensch sehr verschieden: Stupsnase, Adlernase, Hakennase, große, kleine, lange, breite, schmale Nase etc.

Dennoch ist der Aufbau ist immer derselbe: neben der Nasenscheidewand (die aus Knorpel besteht) sind die Nasenlöcher und die Nasenflügel zu sehen.

Auch der innere Aufbau der Nase ist bei jedem Menschen gleich. Im Innenbereich befindet sich ein Hohlraum, nämlich die Nasenhöhle.

Im hinteren Teil der Nasenhöhle befinden sich zwei Öffnungen, durch die die Atemluft in den Rachen geleitet wird.

Die durch die Nasenscheidewand getrennten Hälften werden durch die Nasenmuscheln in jeweils drei Teile unterteilt und zwischen diesen Nasenmuscheln liegen die Nasengänge.

Diese Nasengänge dienen der Verbindung zwischen der Nase und ihren Nebenhöhlen, den Nasennebenhöhlen.

Funktionen der Nase

Unsere Nase wird in der Regel als Riechorgan wahrgenommen, da Sie das Tor zur Geruchswelt darstellt. Damit wäre die erste Funktion der Nase, nämlich die Zuständigkeit für den Geruchssinn auch bereits erwähnt.

Für die Geruchswahrnehmung sind bestimmte Zellen in der Riechschmleimhaut zuständig, die Geruchsveränderungen wahrnehmen und ans Hirn weiterleiten.

Durch die Geruchswahrnehmung wird auch der Geschmackssinn beeinflusst. Sicherlich haben Sie bereits selbst festgestellt, dass Sie bei einer Erkältung bzw. verstopfter Nase deutlich weniger vom Geschmack der Speisen wahrnehmen.

Dies liegt daran, dass bei einer Erkältung die Schleimhaut anschwillt und die Atemluft dadurch nicht zu den Geruchszellen vordringen kann.

Allerdings hat die Nase noch weitere wichtige Funktionen zu erfüllen. Wir atmen nämlich auch durch die Nase ein und aus. Dabei wird die Atemluft von der Nasenschleimhaut gewärmt und angefeuchtet.

Zudem wird die Atemluft in der Nase auch gleich von Fremdpartikeln, die wir mit der Luft mit einatmen gereinigt. Dies geschieht dadurch, dass die Nasenhaare diese Partikel auffangen und die Flimmerhärchen sie mit dem Nasensekret zum Rachen transportieren.

Als dritte Funktion ist die Nase auch für die Stimmbildung zuständig, da der Resonanzraum für die Stimme in den Nasennebenhöhlen liegt.

Sicherlich haben Sie selbst auch schon die Erfahrung gemacht, dass Sie bei einer starken Erkältung plötzlich eine ganz andere Stimme haben. Dies liegt daran, dass die Schleimhaut anschwillt und sich dieser Resonanzraum dadurch verändert.

Was sind die Nasennebenhöhlen?

Die Nasennebenhöhlen (Sinus) sind Hohlräume im Schädelknochen, welche mit Luft gefüllt sind.

Die Nebenhöhlen sind Teil der inneren Nase. Sie sind an die Nasenhöhle angeschlossen und ebenso wie diese mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Deshalb werden sie anatomisch dem Atmungsapparat zugeordnet.

Insgesamt werden die Nasennebenhöhlen in vier Nebenhöhlen-Bereiche aufgeteilt:

  • die Stirnhöhlen
  • die Siebbeinzellen
  • die Kieferhöhlen
  • die Keilbeinhöhle.

Sogenannte „Ostien“ (Zugänge) verbinden die verschiedenen Bereiche mit der Nasenhöhle.

Die Stirnhöhlen befinden sich mittig oberhalb von Nase und Augenbrauen, weiter unten befinden sich die Siebbeinzellen, welche ein kleines Luftkammersystem zwischen der Nase und den inneren Augenwinkeln darstellen.

Die Kieferhöhlen reichen vom Oberkiefer bis an die Augenhöhle und stellen den größten lufthaltigen Raum im Gesichtsschädel dar.

Das Keilbein, ein relativ tief liegender Knochen im mittleren Schädelbereich, der den hinteren Teil der Augenhöhle formt, enthält die Keilbeinhöhle.

Die Entwicklung der Nasennebenhöhlen

Kurz nach der Geburt sind beim menschlichen Baby nur die Siebbeinzellen vorhanden, die restlichen Nebenhöhlen sind nur angedeutet.

Deshalb können Kleinkinder auch keine Nasennebenhöhlenentzündung bekommen. Die bereits vorhandenen Siebbeinzellen können sich jedoch auch entzünden, dann nennt man diese Erkrankung Rhinosinusitis bei Kindern.

Die weiteren Nebenhöhlen müssen sich demzufolge erst noch ausbilden; dies tun sie im Laufe der Kindheit und erstaunlicherweise nicht bei jedem Menschen gleich.

Erst ungefähr im Alter von 20 Jahren oder sogar später (sobald das Schädelwachstum abgeschlossen ist) sind die Stirnhöhlen vollständig entwickelt, während sie bei einem 10-jährigen Kind ungefähr halb so groß sind wie bei einem Erwachsenen.

Die Entwicklung der Kiefernhöhle beginnt sogar erst mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne, also mit 6-7 Jahren.

Die Nasennebenhöhlen können sich in Form und Größe unterscheiden und oft ist sogar ihre Anzahl von Mensch zu Mensch geringfügig verschieden.

Wofür sind die Nasennebenhöhlen gut?

Evolutionär gesehen dienen die Nasennebenhöhlen dazu, den an sich recht schweren Schädelknochen leichter zu machen und auf diese Weise ein zunehmendes Schädelwachstum ohne übermäßige Gewichtszunahme zu erlauben. Sie sorgen also quasi für eine Leichtbauweise unseres Schädels.

Des Weiteren übernehmen die Nebenhöhlen Aufgaben wie das Befeuchten und Erwärmen der Atemluft, Verstärkung des Geruchsinns und Verbesserung des Klangs der Stimme, wobei dies noch umstritten ist.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Produktion von Schleim, der von winzigen Härchen, welche „Cilien“ genannt werden, von den Nebenhöhlen in die Nasenhöhle und den Hals transportiert wird. Dieser Schleim dient dazu, die jeweiligen Stellen zu reinigen und zu befeuchten.

Was passiert bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kommt es, wenn die Nasennebenhöhlen aufgrund dessen, dass der produzierte Schleim nicht mehr weitergeleitet werden kann, verstopfen.

Dies kann durch einen Schnupfen (Infektion der Nasenhöhle) ausgelöst werden. Die im Schleim befindlichen Bakterien, welche normalerweise durch den stetigen Abtransport keine Probleme bereiten, sammeln sich und können nach einiger Zeit Infektionen hervorrufen.

Da die nur schwach durchbluteten Schleimhäute der Nasennebenhöhlen die Tendenz haben zu verstopfen, tritt die Nebenhöhlenentzündung relativ häufig auf.

In Deutschland ist jeder Siebte einmal im Jahr von einer Sinusitis betroffen. Wird die Nebenhöhlenentzündung zu spät oder unzureichend behandelt, kann sie leicht chronisch werden.

Sinusitis

Nasennebenhöhlen gesund oder entzündet (Sinusitis)

Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündung Symptome können unter anderen Kopfschmerzen, Druckgefühl im Kopfbereich, heftiges Fieber und sogar Sehstörungen sein.

Häufig wird die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) von einer Erkältung und den damit einhergehenden Beschwerden begleitet, was bei den betroffenen Personen den Eindruck einer normalen Grippe hervorruft.

Dies führt dann dazu, dass die Nebenhöhlenentzündung nicht erkannt wird und auf diese Weise unbehandelt bleibt und verschleppt wird.

Deshalb sollten Sie bei entsprechendem Verdacht unbedingt einen Arzt aufsuchen und dies abklären, da sonst die Entzündung sich sonst zusätzlich auch auf andere Kopfbereiche ausbreiten kann.

Nasennebenhöhlenentzündung Behandlung

Wird die akute Nasennebenhöhlenentzündung rechtzeitig erkannt, kann sie in der Regel recht einfach mit Nasensprays oder-tropfen behandelt werden, die dafür sorgen, dass die Nebenhöhlen abschwellen.

Bei einer besonders hartnäckigen Nebenhöhlenentzündung kann allerdings auch Antibiotika zum Einsatz kommen.

Auch Hausmittel, wie Kräutertees, Inhalieren oder Nasenspülungen mit Salzlösung können unterstützend eingesetzt werden.

Wenn all diese Maßnahmen keinen dauerhaften Erfolg bringen und die Sinusitis chronische Züge annimmt und evtl. sogar auf andere Bereiche übergreift, sind auch operative Maßnahmen als Nasennebenhöhlenentzündung Behandlung  möglich.