Kieferhöhlenentzündung wegen einer Zahnwurzelentzündung?

ZahnwurzelentzündungDa eine Kieferhöhlenentzündung häufig auf eine unerkannte Zahnwurzelentzündung zurückzuführen ist, sollte unbedingt die eigentliche Ursache abgeklärt werden.

Es fängt in der Regel recht harmlos mit einem ‚diffusen Druck‘ im Kopf an, teilweise kommen dann auch Kopfschmerzen hinzu und wenn Sie dann nicht rechtzeitig reagieren, kann es zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung  kommen, die Sie dann deutlich schwieriger wieder dauerhaft loswerden.

Bei einer Kieferhöhlenentzündung gilt der erste Gedanke natürlich üblicherweise Ihrem HNO-Arzt, jedoch sollten Sie auch einen Zahnarzt-Besuch einplanen, damit Sie abklären lassen können, ob die Ursache Ihrer Kieferhöhlenentzündung vielleicht bei einer entzündeten Zahnwurzel liegt.

Was ist eine Kieferhöhlenentzündung?

Der lateinische Fachbegriff der Kieferhöhlenentzündung lautet Sinusitis maxillaris. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Schleimhautentzündung in den Kieferhöhlen, die zu den Nasennebenhöhlen zählen.

Die Form der Kieferhöhlen erinnert an eine umgekehrte Pyramide, welche direkt neben der Nase liegt. Diese Kieferhöhlenentzündung  kann sowohl akut auftreten, als auch einen chronischen verlauf nehmen und ist häufig die Folge einer Erkältung.

Die  rhinogene Form der Nasennebenhöhlenentzündung ist auf den Ursprung im Nasenbereich zurückzuführen – man spricht daher auch von einer Rhinitis, bspw. die vasomotorische Rhinitis (Schnupfen) oder die Rhinitis sicca (trockene Nase).

Allerdings können Sie die Kieferhöhlenentzündung auch bekommen, wenn Sie unter einer Pilzinfektion oder einer Allergie leiden, z.B. unter Heuschnupfen (Allergische Rhinitis).

Aber auch eine Zahnwurzelentzündung kann der Auslöser für eine Kieferhöhlenentzündung sein. In diesem Fall, wenn die Ursache bei den Zähnen liegt, spricht der Mediziner von einer odontogenen Kieferhöhlenentzündung.

Die Nasennebenhöhlenentzündung und ihre Ursachen

Neben der Kieferhöhlenentzündung gibt es weitere Formen von Nasennebenhöhlenentzündungen, welche allesamt auf Viren, Bakterien, Pilze oder Allergien zurückzuführen sind. Die häufigste Ursache ist jedoch eine Virusinfektion der Atemwege, welche durch eine Erkältung hervorgerufen wird.

Dabei können die Schleimhäute anschwellen und somit eine zusätzliche Infektion auslösen, die dann letztendlich zur Kieferhöhlenentzündung führt.

Die Kieferhöhlenentzündung kann aber auch die Folge einer Verletzung der Kieferhöhlenschleimhaut sein. Mögliche Ursachen für eine derartige Verletzung sind beispielsweise Zahnextraktionen, welche im Oberkiefer durchgeführt werden oder auch Knochenbrüche im Gesichtsschädel.

Kieferhöhlenentzündung  – Symptome

Die akute Form löst ein Druckgefühl im Kopf- bzw. Wangenbereich aus, welcher mit einem dumpfen, beziehungsweise pochendem Schmerz kombiniert sein kann. Dieser Schmerz macht sich dann besonders beim Bücken bemerkbar.

Die chronische Sinusitis maxillaris äußert sich durch die Absonderung eines übel riechenden Sekrets, welches sich sowohl in der Nase, als auch im Rachen bildet.

Hinweise darauf, dass es sich um eine odontogene Nasennebenhöhlenentzündung handeln könnte, sind bspw. einseitige Kopfschmerzen statt beidseitig, übler Geruch und eine stärkere Vereiterung der Nasennebenhöhlen.

Die Zahnwurzelentzündung – Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen der Zahnwurzelentzündung zählt eine vorangegangene Zahnfleischentzündung. In den meisten Fällen geht diese Entzündung mit einem Eiterherd einher.

Die Entwicklung ist oft schleichend, so dass bei einer Kieferhöhlenentzündung häufig gar nicht an die Möglichkeit einer Zahnwurzelentzündung gedacht wird, was aufgrund der falschen bzw. fehlenden Behandlung der Zahnwurzelentzündung zu wiederkehrenden Beschwerden und einem chronischen Verlauf der Kieferhöhlenentzündung führen kann.

Sobald Beschwerden aufgrund der Zahnwurzelentzündung auftreten, äußern sich diese durch starke Zahnschmerzen und häufig auch die sogenannte „dicke Backe“, welche sich über eine Schwellung im Mundraum definiert.

Bei einer Zahnwurzelentzündung werden die auftretenden Symptome schnell schlimmer, sodass Sie unbedingt zeitnah ein Zahnarzt aufsuchen sollten, der dann über die Behandlung entscheidet – bspw. ob eine sogenannte Wurzelspitzenresektion notwendig ist, d.h. eine operative Entfernung der entzündeten Wurzelspitze.

Zahnwurzelentzündung – ausgelöst durch Karies

Bei der Zahnwurzelentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Zahnwurzelspitze, welche durch einen kariesbefallenen Zahn begünstigt wird. Dabei dringen Bakterien bis zur Wurzelspitze vor und lösen eine schmerzhafte Entzündung aus.

Wenn Sie an einer Zahnwurzelentzündung leiden, nehmen Sie diese erst wahr, wenn sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Dabei handelt es sich oft um einen pochenden Schmerz, welcher sporadisch bis regelmäßig auftreten kann.

Und auch wenn Sie die Entzündung erst in diesem Moment wahrnehmen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass diese bereits lange vor den ersten Symptomen entstanden ist und sich die Keime bereits weiterverbreitet haben.

Handelt es sich um einen oder sogar mehrere kariöse Zähne, so kann die Zahnwurzelentzündung bis auf das Zahnbein übergehen. An dieser Stelle dringt die Entzündung dann in die Zahnwurzel ein.

Zahnwurzelentzündung kann eine Kieferhöhlenentzündung auslösen

Da sogenannte odotogene Kieferhöhlenentzündungen, also von den Zähnen ausgehende Entzündungen der Kieferhöhle, wesentlich häufiger vorkommen als vermutet, sollten Sie auch nach einer Extraktion (Ziehen) eines Zahnes, Wurzelspitzenresektion (Amputation der Wurzelspitze), Wurzelfüllung etc. überprüfen lassen, ob die Infektion tatsächlich komplett beseitigt ist oder ob noch eine Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt, die noch nicht abgeheilt ist, die noch behandelt werden muss.

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